
Zeilenkamera
Als Zeilenkamera bezeichnet man einen Kameratyp, der nur eine lichtempfindliche Zeile (Zeilensensor)
aufweist - im Gegensatz zum zweidimensionalen Sensor, der über eine Vielzahl von Zeilen verfügt. Weil
eine Zeile nur eine relativ geringe Chipfläche benötigt, lassen sich im Vergleich zum Flächensensor wesentlich
mehr Pixel auf einer Zeile unterbringen. Darüber hinaus lässt sich eine Zeile wesentlich schneller als eine Fläche
auslesen.
Zeitautomatik
Als Zeitautomatik oder Blendenvorwahl wird eine Belichtungsautomatik bei automatischen Kameras
bezeichnet, bei der die Blende von Hand vorgewählt wird; die Kamera stellt den Wert der von der
Belichtungsmessung als geeignet bestimmte Belichtungszeit automatisch ein. Kameras, die über eine
Zeitautomatik verfügen, werden auch als Zeitautomaten bezeichnet. Auf dem Betriebsarten-Wählrad
der meisten Kameras wird dieser Modus mit A oder AV gekennzeichnet.
Die Blende ist ein fotografisches Gestaltungsmittel, mit der wichtige Eigenschaften des Bildes wie die
Schärfentiefe gesteuert werden. Eine Zeitautomatik wird dann eingesetzt, wenn der Fotograf beispielsweise
bei einem Portrait bewusst keine Schärfe, also eine Unschärfe des Bildhintergrundes durch eine möglichst weit
geöffnete Blende (also kleine Blendenzahl z. B. f1,4 oder f2,0) erreichen will, oder in der Landschaftsfotografie,
wenn durch eine möglichst kleine Blende (also große Blendenzahl z. B. f16 oder f22) eine möglichst
große Schärfentiefe angestrebt wird.
Die meisten modernen Spiegelreflexkameras verfügen über eine Zeitautomatik (Blendenvorwahl), bei
Kompaktkameras besitzen meistens nur die höherwertigen Modelle diese Funktionalität.
Zentralverschluss
Der Zentralverschluss ist im Fotoapparatebau eines der zwei gebräuchlichen Konstruktionsprinzipien
für den Verschluss.Eine einfachere, weitere Verschlussvariante ohne Lamellen oder Vorhang, zwischen
Zentral- und Schlitzverschluss.
Der Zentralverschluss befindet sich typischerweise "zentral" im Objektiv zwischen den Linsen.
Der Zentralverschluss besteht aus mehreren konzentrisch um die optische Achse gruppierten Lamellen,
die nach dem Auslösen des Fotoapparates synchron aus dieser Achse zurückschnellen und den Weg des
Lichts auf den Film freigeben.
Bei einäugigen Spiegelreflexkameras schließt allerdings der Zentralverschluss nach dem Auslösen zunächst,
da alle Bildeinstellungen zuvor bei Offenblende vorgenommen wurden. Dann klappt der Spiegel hoch,
und der Zentralverschluss öffnet sich erneut für die Dauer der Belichtung. Erst jetzt wird der Film
transportiert (entweder manuell oder automatisch), der Spiegel schwenkt wieder in den Strahlengang,
und der Verschluss öffnet sich wieder. Beim Schlitzverschluss entfällt dies, da dieser hinter dem
Spiegel, nahe der Filmebene liegt.
Für eine optimale Belichtung muss der Zentralverschluss im Strahlengang wie eine Blende positioniert
werden, sonst kann es zu geringerer Belichtung am Bildrand kommen.
Während mechanisch angesteuerte Zentralverschlüsse wie Blenden meist eine größere Anzahl
Lamellen aufweisen, können moderne elektrisch oder elektronisch angesteuerte Verschlüsse je nach
Bauart bei gleicher Leistungsfähigkeit auch mit weniger auskommen.
Zerstreuungskreis
Zerstreuungskreise entstehen in der Fotografie bei Unschärfe im Bild, also wenn die Projektion eines Punktes
eines Motivs außerhalb der Projektionsebene liegt oder wenn durch Beugung ein zu projizierender Lichtpunkt unscharf
abgebildet wird.
Besondere Bedeutung erlangt der Zerstreuungskreis bei der Berechnung der Schärfentiefe. Vom Objektiv aus gesehen
entsteht bei einer fokussierten Abbildung ein Lichtkegel, dessen Spitze im Falle einer korrekten Fokussierung genau die
Filmebene trifft. Bei einer Abweichung davon wird die Spitze abgeschnitten oder über die Filmebene hinaus projiziert.
Daher entstehen Zerstreuungskreise (eigentlich Kegelschnitte und somit - abseits der optischen Achse - Ellipsen), die
ab einer bestimmten Größe für ein bestimmtes Filmformat als Unschärfe definiert werden.
Zoomobjektiv
Ein Zoomobjektiv oder kurz Zoom ist ein Objektiv mit variabler Brennweite.
Auswirkung unterschiedlicher Brennweiten auf die perspektivische Darstellung. Das Motiv in der Bildmitte ist immer
etwa gleich groß abgebildet.
Das Verschieben von Linsenelementen im Objektiv (durch Drehen oder Verschieben eines Rings am Objektiv
oder Drücken einer Zoomtaste bei motorisch gesteuerten Zooms, zum Beispiel von Digitalkameras ) bewirkt
eine Veränderung der Brennweite. Bei hochwertigen Kameras ist damit eine stufenlose Anpassung des Bildausschnitts
an das Motiv möglich, bei manchen einfacheren Modellen analog wie digital oft nur mehr oder weniger grob abgestuft.
Bei manchen Kameras und Objektiven ist es möglich, ein so genanntes Stufenzoom zu aktivieren, bei dem nur einige
typische Brennweiten angewählt werden können, was zum Beispiel bei der Anfertigung von Panoramen sehr nützlich
sein kann.
Zoomobjektive sind eine kostengünstige und gewichtssparende Alternative zu einem Satz von Objektiven mit fester
Brennweite, die den Bereich von Weitwinkel- bis zu Teleobjektiven abdecken. Im Gegensatz zu einem festbrennweitigen
Objektiv wird nicht eine Brennweite, sondern der abgedeckte Brennweitenbereich auf dem Objektiv angegeben (zum
Beispiel 35–80 mm oder 80–200 mm). Zoomobjektive lassen sich auch vorteilhaft einsetzen, wenn keine Zeit (sich
schnell ändernde Motive) oder Gelegenheit (Staub, Sand, Feuchtigkeit, Unterwasser, Bergsteigen etc.) für einen
Objektivwechsel ist.
Zoomen verändert allerdings nur den Bildausschnitt, nicht jedoch die Aufnahmeperspektive. Die bequeme Handhabung
verführt ungeübte Fotografen leicht zur Vernachlässigung dieses wichtigen Gestaltungsmittels in der Fotografie.
Zwischenring
Zwischenringe werden bei Kameras mit Wechselobjektiven , wie z. B. Spiegelreflexkameras zwischen das Objektiv
und das Kameragehäuse eingesetzt. Dies dient wie bei Balgengeräten der Verlängerung der Bildweite , um einen
größeren Abbildungsmaßstab für den Nahbereich zu erhalten.
Zwischenringe verlängern den Abstand zwischen dem Objektiv und dem Sensor in Digitalkameras . Dadurch wird
zum einen das Motiv größer auf dem Film abgebildet, und zum anderen gibt es die Möglichkeit, näher an das Motiv
heranzugehen. So werden vergrößernde Makroaufnahmen mit herkömmlichen Objektiven möglich.
Vorteile:
- Die optische Abstimmung mit dem Objektiv ist nicht erforderlich; dessen optische Qualität bleibt weitenteils erhalten.
- Mechanisch einfacher und kostengünstiger Aufbau, es werden lediglich Anforderungen an Koaxialität und Steifigkeit gestellt.
- Da der Zwischenring an den Anschluss der Kamera eingesetzt wird, ist er nur von deren Anschlussmaßen abhängig
Nachteile:
- Die Lichtstärke sinkt. Und zwar um etwa eine Blendenstufe bei einem Abbildungsmaßstab von 1:2 und zwei
Blendenstufen bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1. Dieser Effekt tritt bei vielen Makro-Objektiven auch auf.
- Es ist nicht möglich, weiter entfernte Objekte mit eingesetzten Zwischenringen scharf abzubilden.
- Spezialisierte Makro-Objektive sind für gute Abbildung im Nahbereich besser korrigiert.
- Da Normalobjektive meist für längere Distanzen gut korrigiert sind, ist bei Überschreiten des Abbildungsmaßstabes
1:1 (Bild größer als Objekt) oft die Retrostellung des Objektives sinnvoll, um eine gute Abbildungs-Qualität zu erhalten.
Ein Retroring mit Filtergewinde und Bajonett wird hierfür benötigt.
Zu einer Verringerung der Schärfentiefe kommt es nur in Verbindung mit der Vergrößerung des Abbildungsmaßstabs.
Dies ist nicht anders als bei spezialisierten Makro-Objektiven.
Für die Erweiterung der Brennweite eines Objektivs sind stattdessen Telekonventer notwendig, für die Verkürzung der
Naheinstellgrenze eine Nahlinse.
Zwischenringe gibt es in verschiedenen Größen. Deren Verlängerung wird in Millimetern angegeben; sie bezeichnet die
zusätzliche Entfernung zwischen Objektiv und Bildebene, die durch Einsatz des Zwischenrings entsteht. Bei Objektiven
mit kurzen Brennweiten können nur entsprechend kurze Zwischenringe eingesetzt werden, da der Brennweitenbereich
zwischen unendlich und der Naheinstellgrenze über die Fokussierung (Fokusring am Objektiv) begrenzt ist. Zu lange
Zwischenringe bei kurzen Objektivbrennweiten können dazu führen, dass mit dem vorgegebenen Verstellbereich kein
Bild mehr scharf gestellt werden kann.
Zwischenringe können meist auch problemlos zu mehreren aneinandergereiht werden für größere Bildweiten und
Abbildungsmaßstäbe. Jedoch sinkt mit jeder Verlängerung die Lichtstärke. Ohnehin empfiehlt es sich oft, bei
Makroaufnahmen ein Stativ einzusetzen.