
Panoramabild
Panoramabilder zeichnen sich durch die Abdeckung eines großen Betrachtungswinkels aus. Ein Panoramabild, das
360 Grad abdeckt, wird auch als Rundbild bezeichnet. Panoramen werden oft für die Abbildung von Architektur und Landschaften
herangezogen. Die Erstellung von Panoramabildern hat im Laufe der Zeit zu verschiedenen Verfahren geführt. Von den
Rundgemälden, über die Panoramafotografie und die Digitalfotografie mit anschließender Überarbeitung oder Erzeugung am
Computer bis hin zu virtuellen Welten, haben sich die Möglichkeiten erweitert.
Die Rundgemälde verloren aufgrund des technischen und gesellschaftlichen Fortschritts an Bedeutung. Die Panoramatechnik
wurde in der konventionellen Fotografie durch spezielle Panoramafotoapparate ermöglicht. Spezielle Ausrüstung für die Herstellung
von bewegten Panoramaaufnahmen wurde ebenfalls entwickelt. Während die Panoramafotografie trotz der teuren Ausrüstung oft
genutzt wurde, fristete der bewegte Panoramafilm ein Nischendasein.
Die technisch aufwändigen und teuren Panorama-Fotoapparate werden inzwischen immer mehr von der digitalen Fotografie verdrängt.
Die Herstellung von Einzelbildern und die nachträgliche Montage in ein Panorama ist kostengünstig und kann heute inzwischen
durch jedermann am eigenen Heimcomputer vorgenommen werden. Eine Möglichkeit bieten hier Bildbearbeitungs-Programme.
Mit ihnen lassen sich beispielsweise Einzelbilder einer weiträumigen Landschaft schnell in ein Panoramabild umwandeln. Panoramabilder
können aber auch mit speziellen Objektiven (Fischaugenobjektiv) oder typischerweise sphärischen Spiegeln aufgenommen und anschließend
durch eine Transformation mit einem entsprechenden Software-Algorithmus entzerrt werden. Diese Verfahren umgehen das Zusammenfügen
von Einzelbildern.
Parallaxe
Als Parallaxe (Veränderung, "Abweichung") bezeichnet man die scheinbare Änderung der Position
eines Objektes, wenn der Beobachter seine eigene Position verschiebt.
Strenger definiert ist die Parallaxe der Winkel zwischen zwei Geraden, die von verschiedenen Standorten ("Basislinie")
auf einen Punkt (ein Objekt) gerichtet sind. Dies ist auch der Winkel unter dem diese Basislinie vom beobachteten Punkt aus
erscheint.
Hält man z. B. die Hand vor sich und betrachtet sie abwechselnd mit dem linken und dem rechten Auge, so verschiebt sich ihr
Bild vor dem weiter entfernten Hintergrund. Die Basis ist hier der Augenabstand.
Die Parallaxe ist umso größer, je näher sich das beobachtete Objekt befindet und je länger die Basislinie ist.
Aufgrund der Parallaxe lassen sich Entfernungen abschätzen (Grundlage des räumlichen Sehens) oder mittels technischer
Hilfsmittel berechnen. Letztere werden vor in der Fotografie angewandt.
In der Fotografie tritt bei zweiäugigen Kameras, sowohl bei Sucherkameras als auch zweiäugigen Spiegelreflexkameras ,
ein so genannter Parallaxenfehler auf. Der Bildausschnitt im Sucher und das resultierende fotografische Bild stimmen
nicht überein. Dieser Fehler wird naturgemäß umso größer, je näher das Objekt gelegen ist.
Teure Kameras haben daher einen Parallaxenausgleich.Die Entfernungseinstellung der Kamera dient nicht nur zur
Fokussierung des Objektivs (Schärfe), sondern verändert auch den Winkel zwischen Sucher und Objektiv bzw. die
Sucherfeldbegrenzung und kompensiert so den Großteil des Parallaxenfehlers. Völlig frei von Parallaxenfehlern sind
lediglich einäugige Spiegelreflexkameras und digitale Kompaktkameras, bei denen der Monitor die Funktion des Suchers
übernommen hat oder das Bild des Suchers ebenfalls vom Bildsensor stammt.
Pixel
Pixel, Bildpunkt, Bildzelle oder Bildelement bezeichnet sowohl die kleinste
Einheit einer digitalen Rastergrafik als auch deren Darstellung auf einem Bildschirm mit Rasteransteuerung. Pixel; ist
ein Kunstwort aus der Abkürzung der englischen Worte Picture (umgangssprachlich verkürzt "Pix") und Element. Es
wird oft mit px abgekürzt.
Polarisationsfilter
Ein Polarisationsfilter (kurz auch Polfilter) ist ein Polisator. Es lässt nur Licht einer bestimmten Schwingungsrichtung
durch.
In der Fotografie werden Polarisationsfilter unterschiedlich eingesetzt:
- Unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen (z. B. Wasser, Glas) lassen sich unterdrücken.
An nichtmetallischen Oberflächen wird bevorzugt Licht mit einer bestimmten Polarisation reflektiert, insbesondere wenn
der Austrittswinkel etwa 30° bis 40° beträgt, also nahe dem Brewster-Winkel liegt. Wenn der Polarisationsfilter geeignet
ausgerichtet ist, werden die reflektierten Lichtwellen unterdrückt, so dass der unpolarisierte Hintergrund nicht von den Reflexionen
überstrahlt wird. So ist es z. B. möglich, störende Reflexionen auf Fensterscheiben oder Wasseroberflächen auszublenden.
- Die Grünwiedergabe von Laub und Gräsern wird verbessert, weil das Polarisationsfilter störende (blaue) Reflexe des
Himmels teilweise unterdrückt.
- Das Blau eines wolkenlosen Himmels ist teilweise polarisiert. Mit Hilfe eines Polarisationsfilters kann ein Großteil
des hellen Himmels zurückgehalten werden, so dass der Himmel auf dem Foto dunkler und somit kräftiger in seiner Farbe
erscheint. Weiße Wolken treten deutlicher vor dem blauen Himmel hervor. Dieser Effekt tritt besonders stark im Winkel
von 90° zur Sonne auf, bei anderen Winkelwerten geringer bis gar nicht.
- Beim Fotografieren eines Regenbogens bewirkt ein Polfilter in seinen beiden Extremstellungen folgendes: Da die
Farbenlinien polarisiertes Licht sind, werden sie bei geeigneter Polarisation unterdrückt – kein Regenbogen ist sichtbar.
Dreht man den Polfilter 90° aus dieser Position heraus, wird der Regenbogen fast vollständig durchgelassen, das zufällig
polarisierte Licht der Wolken rundherum wird zu etwas mehr als der Hälfte geschluckt. Relativ zur Umgebung scheint der
Regenbogen so viel kräftiger.
- Unerwünschte Reflexionen an metallischen Oberflächen können beim Einsatz von Kunstlicht durch den Einsatz von
Polarisationsfiltern an der Kamera und an den Beleuchtungskörpern unterdrückt werden. Da der finanzielle Aufwand durch
die teuren großformatigen Filterfolien für die Scheinwerfer sehr hoch ist, wird dieses Verfahren jedoch nicht im nennenswerten
Umfang eingesetzt.
- Es sollten insbesondere bei analogen und digitalen Spiegelreflexkameras zirkulare Polfilter verwendet werden, da linear
polarisiertes Licht in einigen Bauelementen dieser Kameras (z. B. Autofokus und Belichtungsmessung ) zu falschen
Messergebnissen führen kann. Bei digitalen Kompaktkameras ohne halbdurchlässigen Spiegel genügt grundsätzlich ein
lineares Polarisationsfilter.
Wenn man zwei lineare Polarisationsfilter hintereinander anordnet und gegeneinander verdreht (bei 90° zueinander:
"gekreuzt", "Kreuzpol"), erhält man die Wirkung eines stufenlos verdunkelbaren Graufilters. Will
man den Effekt auf aktuellen Kameras nutzen, so geht dies in dieser Anordnung:
- Das Filter, das motivseitig (vorne) aufgeschraubt ist, muss entweder ein lineares oder ein verkehrt herum benutztes
zirkulares sein.
- Das kameraseitig (hintere) sollte ein zirkular polarisierendes Filter sein, damit die Polarisation des vorderen Filters
nicht die Belichtungsmessung beeinflusst.
Viele gängige Filter weisen im Blaubereich keine große Sperrwirkung mehr auf. Verwendet man solche gekreuzt, so
erhält man ein blaustichiges Bild bei nur mäßiger Abdunkelung.
Programmautomatik
Als Programmautomatik wird eine Belichtungsautomatik bei automatischen Kameras bezeichnet, bei der
sowohl die Belichtungszeit des Verschlusses als auch die Blendenzahl durch die Belichtungsmessung der Kamera
bestimmt werden. Kameras, die über eine Programmautomatik verfügen, werden auch als Vollautomaten
bezeichnet.
Die Programmautomatik hat den Programmverschluss älterer Kameras verdrängt.
Die Auswahl der Zeit-/Blendenkombination der Kamera ist immer ein Kompromiss zwischen einer optimalen
Blende für ausreichende Schärfentiefe und einer ausreichend kurzen Belichtungszeit für bewegte
Motive und Verwacklungsfreiheit.
Die meisten modernen Spiegelreflexkameras und Kompaktkameras verfügen über eine Programmautomatik,
es gibt jedoch erhebliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit und "Intelligenz" dieser Automatiken.
Die Steuerungsautomatik der Kamera berücksichtigt bei der Multi-Programmwahl automatisch die Brennweite
des an die Kamera angesetzten Wechselobjektivs und kann dann auf ein spezifisches Weitwinkel-, Standard- oder
Tele-Programm zurückgreifen. Mit einem Objektiv längerer Brennweite (ab 105mm) schaltet die Kamera
beispielsweise auf das Teleprogramm um, das nach Möglichkeit eine Kombination mit größerer
Blende und kürzerer Belichtungszeit wählt, um Verwacklungen vorzubeugen. Der Leistungsumfang dieser
bereits erheblich verbesserten Programmautomatiken wurden in neueren Kameragenerationen erheblich erweitert und
versucht heutzutage beispielsweise, anhand der Bewegung des durch den Autofokus identifizierten Hauptmotivs zu ermitteln,
ob es sich um ein statisches oder schnell bewegliches Objekt handelt und die Zeit-/Blendenkombination dementsprechend
weiter anzupassen.
Als Programm-Shift wird eine Funktion bezeichnet, manuell in die von der Programmautomatik ermittelte
Zeit-/Blendenkombination einzugreifen und deren Werte zu verschieben, wobei jedoch eine korrekte Belichtung im Rahmen
des in der aktuellen Lichtsituation möglichen immer gewährt bleibt. Ändern sich die Lichtverhältnisse,
so berücksichtigt dies die Programmautomatik in seinem parallel verschobenen Verlauf.
Hat man beispielsweise die von der Programmautomatik ermittelten Werte um zwei Belichtungsstufen hin zu einer
kürzeren Belichtungszeit verschoben und visiert eine dunklere Partie des Motivs an, so wird die Belichtungszeit
wieder länger und die Blende wird weiter geöffnet; in jeder Kombination bleibt dann jedoch die Belichtungszeit
um zwei Belichtungsstufen kürzer und die Blende um zwei Stufen größer als in der von der Kamera
eingestellten Zeit-/Blendenkombination.
Sowohl Verschlusszeit als auch Blendenzahl sind fotografische Gestaltungsmittel, mit der wichtige Eigenschaften des
Bildes wie die Schärfentiefe beeinflusst werden; ein Fotograf, der sich auf die Automatik seiner Kamera
verlässt, verzichtet daher in einem beträchtlichem Umfang auf die bewusste Gestaltung seines Bildes.
Eine Programmautomatik wird dann eingesetzt, wenn die Kamera keine anderen Steuerungsmöglichkeiten der
Belichtung ermöglicht oder wenn keine Zeit für die bewusste Bildgestaltung vorhanden ist, z.B. bei der
Schnappschussfotografie.
Programmverschluss
Ein Programmverschluss ist ein Teil einer Kamera, die dem Fotografen die Einstellungen der Kamera vereinfacht.
Bei der photographischen Aufnahme muss die Belichtung passend zur Empfindlichkeit des Aufnahmematerials erfolgen.
Verschlusszeit und Blende müssen deshalb bei Bedarf umgekehrt proportional verstellt werden, d. h. eine längere
Verschlusszeit führt zu kleinerer Blende und umgekehrt.
Die damit verbundenen Entscheidungen, z. B. kleinere Blende führt zu höherer Schärfentiefe, kürzere
Verschlusszeit zur schärferen Abbildung von bewegten Objekten, haben manche Hobby-Fotografen überfordert.
Es gab deshalb einfache Kameras mit Programmverschluss, die über Symbole eingestellt wurden:
- Kopf = Porträt (mittlerer Verschlusszeit mit mittlerer Blende)
- Berge = Landschaftsaufnahme (längere Verschlusszeit mit kleinerer Blende)
- Läufer = Sport (kurze Verschlusszeit mit weiter geöffneter Blende)
Der Programmverschluss ist bei modernen Kameras durch die Programmautomatik verdrängt worden.