
Nachbelichten
Durch den Vorgang des Nachbelichtens wird bei der Verarbeitung fotografischer Materialien mit Hilfe
eines Vergrößeres die Belichtung für bestimmte Bildbereiche verlängert. Das Nachbelichten findet im Fotolabor in der
Regel bei der Belichtung von Negativmaterial (Fotopapier) statt und hat in diesem Zusammenhang einen abdunkelnden
Effekt. Häufigste Anwendungsgebiete für diese Methode sind eine Verbesserung der Zeichnung von Spitzlichtern oder
etwa das Abdunkeln des Himmels.
Zum Nachbelichten formt man mit der Hand oder einem mit einem Loch versehenden schwarzen Karton die
nachzubelichtende Partie im Strahlengang des Vergrößerers nach und belichtet hiermit die gewünschten Bildteile
zusätzlich. Hierbei wird der Karton ständig bewegt, um scharfe Kanten zu vermeiden. Die Dauer der Nachbelichtung
wird mit Hilfe von Probestreifen ermittelt.
Den umgekehrten Vorgang - die partielle Reduzierung der Lichtmenge auf Bildteilen - bezeichnet man als Abwedeln
oder Abhalten.
Nahlinse
Nahlinsen sind Linsen , die wie Filter auf das Objektiv aufgesetzt werden. Sie sind in der Wirkung
vergleichbar mit einer Lesebrille. Die Stärke wird, wie bei diesen, in Dioptrien angegeben.
Durch das Aufsetzen einer Nahlinse wird die Brennweite der Kamera verkürzt, der Auszug bleibt jedoch gleich,
wodurch man näher an das Motiv herangehen kann. Mit guten Nahlinsen lassen sich bei Objektiven, die auf unendlich
korrigiert sind, bessere Aufnahmen machen als mit Zwischenringen oder Balgengeräten.Nachteile:
- Nahlinsen beeinflussen das optische System des Objektivs, werden aber in der Regel nicht darauf abgestimmt
- Da Nahlinsen normalerweise vor das Objektiv gesetzt werden, sind sie von den Anschlussmaßen des Objektivs
abhängig, dies ist in der Regel der Filterdurchmesser
- Nahlinsen haben oft chromatische Aberrationen, daher ist ein Achromat die bessere, wenn auch teurere Lösung.
Es gibt verschiedene Nahlinsen mit unterschiedlichen Vergrößerungsmaßstäben. Sie können miteinander kombiniert
werden. Man sollte jedoch nicht mehr als zwei Linsen gemeinsam benutzen, da sonst die Bildqualität nachlässt.
Normalobjektiv
Als Normalobjektive gelten in der Fotografie Objektive mit einer Brennweite, die etwa der Diagonalen
des Aufnahme-Bildformats entspricht (Normalbrennweite). Damit ergibt sich unabhängig vom Aufnahmeformat ein
diagonaler Bildwinkel von etwa 53 Grad.
Objektive mit einer kürzeren Brennweite (und größerem Bildwinkel) als Normalobjektive werden als
Weitwinkelobjektiv bezeichnet, Objektive mit längerer Brennweite (und kleinerem Bildwinkel) als Fern- oder Teleobjektive.
Gängige Normalobjektive haben fast immer Anfangsöffnungen von 1:1,8 bis zu 1:1,4. Andere Brennweiten, die so
lichtstark sind, sind deutlich aufwändiger zu bauen (größere Linsen erforderlich) und deutlich teurer. Es gibt
Normalobjektive auch mit Anfangsöffnungen von 1:1,2 oder sogar 1:0,95.
Bei der heute üblichen Einteilung von Festbrennweiten sind Normalobjektive die Objektive mit der kürzesten
Brennweite, die bei "einäugigen" Spiegelreflexkameras keine Retrofokus -Konstruktion erfordern. Kürzere
Brennweiten erfordern bei diesen Kameras zusätzliche Linsen um hinter dem Objektiv genug Platz für den
Schwingspiegel zu schaffen, was den Aufwand für Konstruktion und Herstellung vergrößert.