
Langzeitbelichtung
Von Langzeitbelichtung wird in der Fotografie ab einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden
gesprochen. Langzeitbelichtungen werden eingesetzt, um auch bei geringem Licht noch fotografieren zu können
oder um Bewegungsabläufe aufzuzeigen, im technischen und künstlerischen Bereich.
In der Nachtfotografie werden Langzeitbelichtungen häufig eingesetzt, das Anwendungsgebiet ist jedoch universeller.
Langzeitbelichtungen zeigen einen Ausschnitt der Zeit, wie wir ihn normalerweise nicht wahrnehmen können. Im
Gegensatz zu "normalen" Fotografien halten sie nicht einen kurzen Augenblick fest, sie bilden das Motiv in einem
längeren Prozess ab. Bewegungen werden dabei verwischt, sie zerfließen in der Zeit.
Durch die lange Belichtungszeit ergibt sich bei bewegten Objekten eine große Bewegungsunschärfe, die als
gestalterisches Mittel genutzt werden kann . Bewegte Objekte oder Personen verschwimmen und können sogar
völlig "verschwinden", was bei z. B. Architekturaufnahmen genutzt wird. Im Dunklen hinterlassen helle Objekte
(z. B. Scheinwerfer von Fahrzeugen) Lichtstreifen. Langzeitaufnahmen eines Nachthimmels (ohne Beeinflussung
störender Lichtquellen wie Straßenbeleuchtungen etc.) lassen die Sterne durch die Erddrehung wie Striche bzw.
Kreissegmente aussehen.
Die meisten Langzeitbelichtungen spielen sich im Rahmen von fünf Sekunden bis hin zu mehreren Minuten ab.
Der Belichtungszeit ist nach oben kaum eine Grenze gesetzt. Eine korrekte Belichtung bei langen Zeiten kann
durch verschiedene Mittel erreicht werden:
- Abblenden, z. B. auf Blende 16 bis 32 (je nach Objektiv)
- Verwendung eines Films mit geringer Lichtempfindlichkeit, z. B. 50 ASA
- Graufilter am Objektiv
- Verringerung des Umgebungslichtes.
Soll nur ein sich bewegendes Objekt, nicht aber der Hintergrund verwackelt und verschwommen wiedergegeben
werden, so muss die Kamera gegen verwackeln gesichert werden z. B. durch ein stabiles Stativ . Bei Verwendung
eines Stativs sollten Bildstabilisierungs-Systeme abgeschaltet werden. Sie können sonst durch "Überreaktionen"
wieder zu verwackelten Bildern führen.
Bei Kameras mit manueller Belichtungseinstellung oder Zeitvorwahl lassen sich lange Belichtungszeiten direkt einstellen.
Auf den meisten Kameras ist die Funktion für die Langzeitbelichtung mit einem B gekennzeichnet, das für Bulb (engl.
Blasebalg/-Ball) steht. Bei den meisten elektronisch gesteuerten Kameras wird die Belichtungszeit jedoch durch die
Kapazität der Batterie begrenzt, da das Offenhalten des Verschlusses Strom benötigt. Kameras mit mechanischem
Verschluss erlauben nahezu unbegrenzte Belichtungszeiten.
In den Anfängen der Fotografie war die Langzeitbelichtung kein reines Gestaltungsmittel, sondern eine Notwendigkeit.
Gründe dafür waren die geringe Empfindlichkeit des Fotomaterials und geringe Lichtstärke der Objektive.
Leitzahl
Als Leitzahl wird die Maßzahl bezeichnet, mit der die Lichtleistung eines Blitzgeräts angegeben wird.
Über die Leitzahl kann die Entfernung zwischen Blitzgerät und Motiv berechnet werden, bei der der Blitz ein Bild ausreichend
belichten kann oder umgekehrt bei gegebener Leitzahl und Entfernung die am Kameraobjektiv einzustellende Blende ermittelt
werden. Diese Formel gilt für ein Motiv "mittlerer Helligkeit", weicht das Motiv von dieser Vorgabe ab, muss das Ergebnis
entsprechend korrigiert werden.
Die Helligkeit des ausgeleuchteten Objektes nimmt mit dem Quadrat des Blitzabstands ab, entsprechend liefert also ein
Blitzgerät mit doppelter Leitzahl die vierfache Lichtmenge.
Wird eine Kamera im manuellen Betrieb genutzt, kann die Leitzahl als Kalkulationshilfe für die Belichtung genutzt werden.
Moderne Blitzgeräte messen das vom Motiv reflektierte Licht durch einen Sensor und steuern so die Leuchtdauer des Blitzes.
Im Zusammenspiel mit dafür ausgerüsteten Fotoapparaten kann die Lichtmenge auch durch das Objektiv gemessen und
gesteuert werden. Manche einfacheren Digitalkameras stellen die Lichtleistung des eingebauten Blitzes auch mittels
Leitzahlrechnung ein, indem die eingestellte Blende und die vom Autofokus ermittelte Objektentfernung verwendet werden.
Viele Blitzgeräte bieten die Möglichkeit, mittels eines verstellbaren Reflektors den ausgeleuchteten Bildwinkel dem
Aufnahme-Bildwinkel der Kamera anzupassen. Üblicherweise wird die Brennweite eines Objektivs angegeben, das an
einer Kleinbildkamera einen passenden Bildwinkel hat. Dabei ändert sich mit der Größe der ausgeleuchteten Fläche auch
die Leitzahl.
Lichtstärke
Als Lichtstärke bezeichnet man in der Fotografie das Verhältnis der größten wirksamen Blendenöffnung zur
Brennweite einesObjektivs:

Die größte wirksame Blendenöffnung entspricht dabei dem maximalen Durchmesser der Eintrittspupille des
Objektivs (bei kreisförmigen Blenden). Andere Bezeichnungen für die Lichtstärke sind maximales Öffnungsverhältnis,
relative Öffnung oder geometrisches Öffnungsverhältnis. Die Lichtstärke ist neben der Brennweite und dem (meist
über die Bilddiagonale angegebenen) Bildwinkel der wichtigste Kennwert eines Objektivs.
Die fotografische Lichtstärke entspricht dem Kehrwert der kleinsten Blendenzahl \displaystyle \kappaeines Objektivs.
Entsprechend wird die Lichtstärke auch meistens in der Bruchform 1/κ oder 1:κ angeschrieben (also 1/2,8
oder 1:2,8). Als alternative Schreibweisen haben sich f/κ und F κ (also z.B. f/2,8 oder F 2,8) ebenfalls
eingebürgert.
Man darf die fotografische Lichtstärke nicht mit der Beleuchtungsstärke verwechseln. Die Beleuchtungsstärke
beschreibt die Helligkeit eines (flächenhaften) fotografischen Motivs und hat mit dem Vorhandensein oder gar den
Eigenschaften einer abbildenden Optik nichts zu tun.
Normalobjektive (50 mm im Kleinbildformat) bewegen sich in der Regel bei Lichtstärken von 1:1,2 bis 1:2,8. In einigen
Fällen können sie jedoch auch Lichtstärken bis 1:1,0 und mehr erreichen. Weitwinkel- und Teleobjektive weisen in der
Regel Lichtstärken um 1:2,8 auf. Bei extremen Brennweiten kann die Lichtstärke, zur Volumens- und
Gewichtsreduzierung, auch auf 1:4 oder 1:5,6 reduziert sein. Zoomobjektive (Vario-Objektive) teilen sich meist in
solche mit konstant hoher Lichtstärke 1:2,8 oder in solche, kompaktere, mit geringerer, variabler Öffnung (z.B.
1:3,5–4,5). Eine höhere Lichtstärke bedeutet nicht automatisch höhere optische Abbildungsqualität, aber mehr
künstlerischen Freiraum hinsichtlich kürzerer Belichtungszeiten.
- Manuelle Scharfstellung: Die hohe Lichtstärke kommt bei Spiegelreflexkameras der Helligkeit des Sucherbildes
zugute und erleichtert das Scharfstellen. Zudem geht die größere Blendenöffnung mit einer geringeren Schärfentiefe
einher, wodurch die Lage der Schärfeebene im Sucher exakter beurteilt werden kann. Einstellhilfen für das manuelle
Scharfstellen funktionieren bei lichtschwachen Objektiven (1:5,6 oder weniger) nur noch eingeschränkt oder gar nicht
mehr. Bei Kameras, deren Scharfeinstellung nicht durch das Objektiv erfolgt, ist dieser Aspekt ohne Bedeutung.
- Autofokus: Hohe Lichtstärken erleichtern den AF-Sensoren die Funktion: In der Regel ist der Autofokus daher
bei Verwendung hochlichtstarker Objektive schneller und präziser als bei Objektiven gleicher Brennweite aber
geringerer Lichtstärke.
- Bildgestaltung: Objektive mit hohen Lichtstärken erweitern den gestalterischen Spielraum. Beispielsweise
ermöglichen/erleichtern hochlichtstarke Objektive im gemäßigten Weitwinkel- und Telebereich ein Freistellen des
Motivs vor unscharfem Vorder- bzw. Hintergrund.
Hier gilt aber auch: Je größer das Aufnahmeformat, desto markanter das Spiel mit Schärfe und Unschärfe (wichtig
bei der Wahl von Digitalkameras , mit ihren unterschiedlichen Sensorformaten).
Lichtwert
Lichtwert (LW) bezeichnet in der Fotografie eine Schar von Kombinationen von Blendenzahl und
Belichtungszeit, die zueinander äquivalent sind.