
Infrarotindex
Der Infrarotindex ist in der Fotografie eine Markierung an Objektiven, die der korrekten Scharfstellung beim Anfertigen
von Infrarotaufnahmen dient.
Licht unterschiedlicher Farbe und damit Wellenlänge wird von Linsen unterschiedlich gebrochen, was zu Unschärfen und
Farbfehlern führt. Moderne Kameraobjektive sind in der Regel achromatisch oder apochromatisch korrigiert und bilden den
Bereich des sichtbaren Lichts mit nur geringen Fehlern ab. Normale Objektive sind für infrarotes Licht jedoch nicht korrigiert,
die Brennweite für dieses für das Auge unsichtbare Licht kann erheblich abweichen. Dies kann ohne korrigierende
Maßnahmen beim Fotografieren auf Infrarotmaterial zu erheblichen Unschärfen führen, wenn nach dem sichtbaren Licht
scharfgestellt wird.
Viele Objektive für Systemkameras, seltener auch Kameras mit fest eingebautem Objektiv, erhalten deshalb einen
Infrarotindex, der die Abweichung des Brennpunkts für eine bestimmte Wellenlänge des infraroten Lichts, meist etwa für
790 nm, markiert. In der Praxis wird das Motiv normal nach sichtbarem Licht scharfgestellt, die Entfernungseinstellung
anhand der Markierung korrigiert und anschließend mit aufgesetztem Infrarotfilter die Aufnahme angefertigt.
Innenfokussierung
Innenfokussierung ist eine Konstuktionsart von Objektiven, bei der die Entfernungseinstellung nicht
durch eine Verschiebung des ganzen Objektivs, sondern nur von einer oder mehreren Linsen innerhalb des Objektivs
erfolgt. Die übrigen Linsen, insbesondere die Frontlinse, behalten ihren Abstand von der Bildauffangebene (Film
oder Bildsensor) bei, wodurch sich die Baulänge des Objektivs nicht ändert.
Gewöhnliche Objektive fokussieren dadurch, dass sich das gesamte Linsenpaket in Richtung ihrer optische Achse
verschiebt. Dies führt beim Einstellen auf nahe Motive zu einer größeren Baulänge und einer damit verbundenen
Schwerpunktverlagerung. Hinzu kommt, dass mit dem Verstellen aller Linsen eine große Masse bewegt werden muss,
die das Fokussieren verlangsamt. Diese Effekte sind für kurze Brennweite bedeutungslos, bei Teleobjektiven aber
beträchtlich und von großem Nachteil. Deswegen werden Kameraobjektive ab etwa 3facher Vergrößerung gegenüber
der Normalbrennweite, bei Kleinbild also etwa ab 150 mm, seit den 1970er Jahren zunehmend mit Innenfokussierung gebaut.
Objektive mit Innenfokussierung lassen sich kompakter und leichter bauen, was insbesondere bei langen Brennweiten
günstig ist. Auch verlagert sich der Schwerpunkt beim Fokussieren kaum, so dass bei Stativaufnahmen keine Änderung
der Stativbelastung und somit kein störendes Kippen der Kamera (durch die Elastizität des Stativs) erfolgt. Von
Nachteil kann allerdings sein, daß sich im Allgemeinen die Brennweite mit der Entfernungseinstellung ändert.
Bei konventioneller Fokussierung bleiben die Abstände der Linsen voneinander stets gleich. Das Linsenpaket besitzt
eine Unendlicheinstellung und lässt sich von dieser ausgehend von der Kamera weg verschieben. Um ein Motiv in
gegebener Entfernung scharf abzubilden, ist eine bestimmte Entfernung des Linsenpakets von der Film- bzw.
Sensoerebene einzustellen. Diese Auszug genannte Verschiebung des Objektivs hängt neben der Motiventfernung
auch von der Brennweite des Objektivs ab. Sie wird mit zunehmender Brennweite größer.
Wenn man auch die Abstände der Linsen voneinander ändert, wie es bei der Innenfokussierung der Fall ist,
verschiebt sich nicht nur die bildseitige Hauptebene, sondern es ändert sich im Allgemeinen auch die Brennweite
und damit der einzustellende Abstand der Hauptebene vom Film. Somit gibt es zwei Möglichkeiten, die Scharfeinstellung
zu realisieren:
- Die Hauptebene wird bei gleichbleibender Brennweite nach vorn verschoben.
- Bei gleichbleibender Position der Hauptebene wird die Brennweite verkleinert.
In der Regel nutzt man beide Effekte gleichzeitig.
Bei der Innenfokussierung werden nur ausgewählte Linsen im hinteren Bereich des Objektivs verschoben. Diese
Linsen sind relativ klein und leicht und müssen sich meist nur wenig bewegen, und beeinflussen den Objektiv-Schwerpunkt
infolgedessen nur unbedeutend. Auch lassen sie sich sehr schnell verstellen, sowohl mit der Hand, wie auch durch einen
Autofokusmotor. Da die vorderen Linsen, insbesondere die Frontlinse , nicht zu den verstellten Linsen gehören, bleibt die
Objektiv-Baulänge unverändert. Die verringerte Brennweite und somit Vergrößerung bei Naheinstellung hat in der
Praxis keine Bedeutung. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren kann sich aber die Verzeichnung des Objektivs
mit der Entfernung ändern.
Anstatt ausgewählte Linsen zu verschieben, kann man die Entfernung auch verstellen, indem man Linsen auswechselt.
Dies führt zu einer stufenweisen Fokussierung und findet bei Polaroid-Sofortbildkameras Anwendung.
- Bei der Fokussierung wird weniger Masse bewegt, so dass sie schneller erfolgen kann.
- Die Gewichtsverlagerung ist viel kleiner, so dass sich die Stativbelastung kaum ändert und sich die Kamera nicht neigt.
- Die Fassung des Objektivs kann kleiner und leichter konstruiert werden.
- Das Objektiv ist im Allgemeinen robuster. Wenn das Objektiv einen Schlag auf die Vorderkante abbekommt, wird die
Fokussiermechanik dadurch nicht belastet, da sie komplett im Inneren liegt.
- Die Frontlinse dreht sich nicht (im Gegensatz zur Frontlinsen-/Frontgruppen-Fokussierung vieler Zoomobjektive).
Dadurch können Pol- oder Verlaufsfilter problemlos benutzt werden. Darum ist auch die Verwendung von tulpenförmigen
Streulichtblenden möglich, welche in den Bildecken eingeschnitten sind, um Vignettierungen zu vermeiden.
Integralmessung
Bei der Integralmessung handelt es sich um die verbreitetste Form der Belichtungsmessung
(Ganzfeldbelichtungsmessung), bei der das gesamte fotografische Bildfeld zur Belichtungsmessung genutzt wird.
Die Integralmessung wird sowohl bei Spiegelreflexkameras, bei Sucherkameras mit integriertem Belichtungsmesser
als auch bei Handbelichtungsmessern verwendet. Ebenso arbeiten Blitzgeräte mit eigenem Sensor mit Integralmessung.
Irisblende
Eine Irisblende ist eine Blende mit variabler Öffnungsweite. Die Öffnung kann in einer Art und
Weise variiert werden, dass sie unabhängig von der Größe immer nahezu kreisförmig ist und der
Mittelpunkt konstant bleibt.
Die Irisblende besteht aus mehreren Lamellen, die über eine Mechanik gemeinsam nach innen oder außen
gedreht werden können. Jede Lamelle ist auf einer Achse gelagert. Alle Lamellen sind mit einem Ring über
jeweils eine weitere Achse verbunden, damit sie sich gemeinsam bewegen. Je mehr Lamellen eingesetzt werden, desto
besser bleibt die Öffnung bei der Verstellung an die Kreisform angenähert. Eine möglichst
kreisförmige Öffnung ist bedeutend, wenn in der Fotografie mit Unschärfe gestaltet wird, da die
Blendenform den Unschärfebereich und damit, gemeinsam mit weiteren Objektiveigenschaften, das sogenannte
Bokeh beeinflusst. Punkte außerhalb des Schärfebereiches ergeben auf dem Bild eine Fläche, die der Form
der Blendenöffnung ähnlich ist, z. B. ein Sechseck, wenn die Öffnung sechseckig ist.