
Gegenlicht
Gegenlicht ist eine vor allem in der Fotografie verwendete Bezeichnung für eine Lichtquelle, die direkt in Motivrichtung liegt.
Gegenlicht, das in das Objektiv einer Kamera fällt, hat eine ganze Reihe von Auswirkungen auf das entstehende Bild:
- Trifft das Licht einer hellen Lichtquelle direkt auf das Objektiv, so werden auf dem Bild eine Reihe von Abbildern der
Blendenöffnung (meist rund oder sechseckig) zu sehen sein. Sie entstehen durch unerwünschte Reflexionen innerhalb des
Objektives und sind je nach Güte des Objektives unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei manchen Bilden werden solche
Reflexionen als Ausdrucksmittel eingesetzt und durch Filter künstlich hervorgerufen.
- Ist die direkte Lichtquelle durch ein Teil des Motivs verdeckt, so erscheint dieses bei automatischer Belichtungsmesser
zu dunkel vor einem korrekt beleuchteten Hintergrund. Deshalb sollte man bei Gegenlicht-Portraits stets zusätzliche
Lichtquellen (etwa einen Spiegel oder ein Blitzlicht ) verwenden, wenn das Gesicht erkennbar sein soll. Dies ist selbst bei
hochwertigen Kameras, die Gegenlichtsituationen erkennen, nötig, da sonst der Hintergrund überbelichtet wird.
- Neben diesem Hell-Dunkel-Kontrast werden Farbkontraste abgeschwächt, so dass farblich flaue Bilder entstehen
können. Dazu trägt auch die so genannte Schleierbildung der Objektive bei Gegenlichtsituationen bei.
- >Transparente oder teilweise transparente helle Objekte leuchten im Gegenlicht auf, dabei können Strukturen deutlich
werden, die im Auflicht von der Objektoberfläche verdeckt bleiben.
Graukarte
Eine Graukarte dient in der Fotografie zur Kalibrierung der Belichtung. Es ist meist ein kräftiger Karton oder ein
Schild aus Kunststoff der auf der einen Seite neutral grau und auf der anderen weiß eingefärbt ist. Die graue Seite
reflektiert etwa 18 Prozent und die weiße etwa 90 Prozent des darauf fallenden Lichtes. Die Beschichtung beider
Seiten erfolgt mit metameren Farben, um auch bei Beleuchtungsquellen mit unterschiedlicher Farbtemperatur (Tageslicht,
Leuchtstofflampen, Glühlampen) denselben Reflexionsgrad zu erhalten.
Nahezu alle Belichtungsmesser sind so kalibriert, dass sie Einstellwerte liefern, die für eine Szene mit durchschnittlicher
Helligkeitsverteilung gelten. Aus der Helligkeitsverteilung im Motiv wird immer ein integraler Wert ermittelt.
Ist jedoch ein Motiv nicht durchschnittlich (z.B. weißer Hase im Schnee ), müssen die Werte korrigiert werden, weil es
sonst zu Fehlmessungen kommt und das entstehende Foto nicht der Lichtsituation der Szene entspricht. Im Falle des
weißen Hasen im Schnee würde die Aufnahme unterbelichtet, da der Belichtungsmesser die Belichtung auf einen Wert
für eine Szene mittlerer Helligkeit reduziert (grauer Hase vor grauem Schnee).
Mittels einer Graukarte kann dieser Fehler ausgeglichen werden, indem man sie möglichst nahe am Objekt platziert und
die Karte mit dem Belichtungsmesser vollformatig anmisst (Objektmessung). Diese Messung sollte diffus geschehen.
Dies erreicht man durch Unscharfstellung. Alternativ würde die Belichtungsmessung per Lichtmessung
(Handbelichtungsmesser mit diffuser Kalotte in Richtung der Lichtquelle) nahezu den gleichen Belichtungswert liefern.
Es bliebe beim "weißen Hasen im Schnee".
Eine "Graukarte" für einen Weißabgleich kann man schnell selber herstellen, falls keine echte zur Hand ist. Dazu nimmt
man ein sauberes Papiertaschentuch und spannt es knitterfrei direkt vor die Linse. Nun hält man die Kamera direkt in
die Lichtquelle und macht ein Bild, es ist aber darauf zu achten, dass nicht scharf gestellt wird.
Ein weiteres Hilfsmittel für präzise Belichtungsmessung in außergewöhnlichen Beleuchtungssituationen ist ein
Spotbelichtungsmesser.
In der Digitalfotografie kann die Graukarte auch zum Weißabgleich verwendet werden.
Eine Verbesserung der Graukarte ist die Farbgraukarte. Hier sind zusätzlich zwei Dichtefelder und sechs
Farbfelder mit definierten minimal abweichenden Farbdichten (0,05 D) aufgebracht. Dadurch wirkt die Karte
wie eine Ampel. Das erleichtert die Farbstichbeurteilung bei Farb-Fehlsichtigkeit oder z.B. bei Übermüdung im
Labor. Sind auf der einen Seite zwei Felder nicht so gut zu erkennen, so ist gegenüberliegend das konträre Feld
stärker zu sehen oder umgekehrt.
Es müssen immer alle Felder gleich gut zu sehen sein. Wenn nicht, liegt ein Farbstich vor oder der aufnehmende
Film weist eine Sensibilisierungslücke auf und ist ungeeignet.